wissenschaftliche Literatur


- Geschichte von Schloß Nienover im Solling (Erich Weise 1989)

- Nienover - Burg und Stadtwüstung im Solling (Prof. Dr .H.-G. Stephan 2001)

- Die Stadtwüstung Nienover im Solling (Diss. Sonja König März 2009)

Der Band ist der erste von dreien, die sich mit Funden, Befunden [Topographie, Hausbau, Befestigung] und Gesamtschau der Prospektionen und Ausgrabungen von 1993-2001 beschäftigen, die vorwiegend in Zentrum und Westhälfte der ältesten Stadt des Solling erfolgten. Die Stadt mit gleichnamiger Burg bzw. Schloß lag auf einem landschaftsbeherrschenden Sporn und ist historisch nur 1318 / 1320 als “civitas” und im Flurnamen “alte Stadt” greifbar. Die Forschungen lieferten 52.622 Einzelfunde, von denen 50.355 aus Keramik, 1.164 aus Eisen, 149 aus Buntmetall, 283 aus Stein, 68 aus Schlacke und 18 aus Glas bestehen. Die Keramik zeichnet die Formen- und Warenartenentwicklung von 1180-1270 nach. Unter den Eisenfunden liegen u.a. Nägel, Beschläge, Schlösser, Hufeisen, Trensen, Waffen und Schlüssel vor, bei Buntmetallfunden Gefäße, Anhänger, Schnallen, Waagen, Münzen, Gewichte etc. Aus Stein sind Wetzsteine und Schleifsteine, Deckel und Handmühlen zu nennen. Aus Glas bestanden z.B. Rippenbecher und Perlen. Das Fundmaterial läßt sich in fünf Phasen gliedern, die von der vor- bis zur nachstädtischen Zeit reichen und drei große Stadtbrände einschließen.

-Mittelalterlich - neuzeitliche Landschaftsentwicklung im Südsolling. Die Dorfwüstung Winnefeld (Diss. Arno Beyer Kiel 2008)

Dissertation von Dr. Arno Beyer (Dez. 2008)

Zusammenfassung der Dissertation von Dr. Arno Beyer

Im heute forstwirtschaftlich genutzten Südsolling (Südniedersachsen) wurde die Entwicklung eines Dorfes während Mittelalter und Neuzeit im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojektes rekonstruiert. Zur Untersuchung der mittelalterlichen Besiedlungsgeschichte und der Veränderungder Böden und Sedimente wurden im Zentrum der mittelalterlichen Dorfwüstung Winnefeld 16 Aufschlüsse angelegt und zusammen mit weiteren 14 archäologischen Grabungsflächen aufgenommen und analysiert. Die Geländeoberfläche des Dorfzentrums veränderte sich im 14. Jh. stark. Östlich der romanischen Kirche riss in einer flachen periglazialen Delle eine Schlucht während eines Starkniederschlages 2,5 bis 2,7 m tief ein. Eine sehr wahrscheinlich hier existierende Dorfstraße wurde erodiert.

Zum Ende desselben Niederschlages lagerte der nachlassende Abfluss ein steinreiches Sediment in der Schlucht ab. Die Aue des Reiherbachs quert das Dorfzentrum. Unter Feinsedimenten wurde ein Schotterkörper identifiziert, der weit mehr als 1000 Keramikfragmente, Ziegelbruch und Metallstücke enthielt. Datierungen ergaben, dass die Akkumulation zwischen etwa 1330 und 1400 n. Chr. stattfand.

Sedimentologische Untersuchungen weisen nach, dass der obere Schotterkörper in der Aue des Reiherbaches während eines einzigen Starkniederschlages im 14. Jh. abgelagert wurde. Extrem starker Abfluss hatte Gebäude am Rand der Aue des Reiherbaches fortgerissen. Bruchstücke der Gebäude (hauptsächlich Ziegel) und Teile des Inventars (vor allem Keramikbruch) sedimentierten zusammen mit Sandsteinen nach Transportdistanzen von wenigen Dekametern in der Reiherbachaue. Eine Analyse von Schriftquellen legt nahe, dass der Starkniederschlag in der zweiten Julihälfte des Jahres 1342 stattfand.

Erstmals wurde konkret für eine Mittelgebirgsregion nachgewiesen, welche verheerenden Folgen der Jahrtausendniederschlag von 1342 in einer Siedlung hatte. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde die Lebensgrundlage der dort siedelten Menschen durch dieses Ereignis nahezu völlig vernichtet.

Nicht die Unkenntnis der Menschen zu den für eine landwirtschaftlichen Nutzung scheinbar ungünstigen naturräumlichen Gegebenheiten im Solling, sondern die katastrophalen Folgen dieses hydrologischen Extremereignisses waren ein wesentlicher Grund für die Aufgabe wahrscheinlich auch weiterer Siedlungen in dieser Mittelgebirgsregion.

Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens Band 39

Die Stadtwüstung Nienover im Solling (Sonja König 2009) ISBN 978-3-89646-972-4

Prof. Dr. Hans Rudolf Bork :

* Landschaftsentwicklung in Europa, Klett Verlag: 1998, 328 Seiten,
ISBN-10: 362 300 8494

* Landschaften der Erde, Primus Verlag: Aug. 2006, 207 Seiten,
ISBN-10: 389 678 5842

* Inseln der Erde, Primus Verlag, März 2009, 208 Seiten,
ISBN-10: 3896786504

Hans Georg Stepan :

* Der Solling im Mittelalter, archaeotopus-Verlag Dormagen : 2010, 600 Seiten,
ISBN-978-3-938473-15-3



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